GUT-Con am 28./29. September 2019


Ein Erlebnisbericht ...

Dieser Con war für mich in vielerlei Hinsicht eine Art „Uraufführung“. Angefangen damit, dass wir, d.h. der Terranische Club EdeN (TCE) selbst Veranstalter waren bis hin zu der Tatsache, dass ich in zwei Eigenschaften an dem Con teilnahm: Als Mitglied des Con-Veranstaltungsteams (man fand mich am Samstagabend und am Sonntagvormittag (inzwischen etwas müde und das eine oder andere Mal gähnend) am Clubtisch des TCE, und als gern gesehener und wertgeschätzter Gast.

Aber von Anfang an …

Dieses Mal spare ich mir den Reisebericht, denn so kann ich auf einen der sonstigen Hauptakteure verzichten, nämlich die Deutsche Bahn. – Obwohl es dieses Mal eine Menge dazu zu sagen gäbe, sowohl positiv als auch negativ, aber das ist hier nicht das Thema.
So kamen wir, d.h. Michael Pfrommer und ich, am Vorabend, Freitag, am frühen Abend im Kulturgut Nottbeck an. Unsere Informationen bezüglich der Lage lauteten: einsam, Begegnungen von Lebewesen innerhalb einer Stunde: Zwei Damen mit jeweils zwei Hunden und … drei Kühe. Das konnten wir nicht bestätigen, denn wir trafen in der näheren Umgebung des Gutes – niemanden!
Von unseren Clubkameraden wurden wir freundlich und genauso erfreut in Empfang genommen. Kurt Kobler (Vorsitzender) zeigte uns unsere Zimmer, bei denen ich die Einstufung „Jugendherbergscharakter“ nicht unterschreiben kann. Ich bekam, genau wie alle anderen Übernachtenden, ein Zimmer mit einem guten Bett, einem großen Kleiderschrank, Tisch und zwei Stühlen sowie einem hochmodernen, praktischen Bad.
Nachdem wir die letzten Vorbereitungen erledigt hatten, überwältigte uns der Hunger. So wurden dann „Familienpizzen Vier Jahreszeiten“ von einer nahegelegenen Pizzeria bestellt und auch prompt geliefert. Als ich die riesigen Kartons sah, bezweifelte ich, dass wir das alles verspeisen könnten – zum Schluss blieb kein Krümel übrig.

An diesem Abend lernte ich zum ersten Mal den „unglaublichen Wilfried A. Hary“ persönlich kennen. Zusammen mit Michael bereiteten wir zu dritt unser gemeinsames Panel am nächsten Tag vor.

Am Samstagmorgen bekamen wir von einer örtlichen Bäckerei ein reichhaltiges und leckeres Frühstück geliefert, stärkten uns, nahmen letzte Abstimmungen vor und gingen mit rundherum hervorragender Laune an unseren ersten TCE-Con.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Programmpunkt folgte dem anderen, es wurde parallel im großen Hauptsaal, der sehr schönen Bibliothek und dem Gewölbekeller vorgetragen und gelesen.
Es gab keinen Leerlauf, keine Verschiebungen, alles lief perfekt organisiert ab. An dieser Stelle schon einmal meine allergrößte Anerkennung und Dank an das „Triumvirat“, das die Veranstaltung von der ersten Idee vor Monaten bis hin zu den „Last famous words“ am Sonntagmittag und danach organisierte: Unseren Vorsitzenden Kurt Kobler, den Chefredakteur Joe Kutzner und Norbert Mertens, der als Moderator souverän durch das Programm führte.

Die Stimmung war rundherum gut bis sehr gut, es gab kein einziges „böses Wort“, alle verstanden sich bestens, zum ersten Mal hatte ich hier wirklich das Gefühl, dass es im Sinne des Wortes „ein Con von Fans für Fans“ war. Die sonst von mir als unangenehm übermächtig wahrgenommene Präsenz des Verlages mit seinen Autoren gegenüber den Fans, die viel Herzblut und Engagement in ihre Projekte stecken, war dieses Mal nicht spürbar – was mir ausgesprochen gut gefiel.
Die Verlagsautoren, die den Weg nach Nottbeck fanden, gaben sich dieses Mal eher auf Augenhöhe als bei anderen Veranstaltungen.

Es war mein erster Con, an dem ich ein Namensschild mit dem Vermerk „Gast“ tragen durfte und entsprechend stolz war ich darauf.

Die Veranstaltung eröffnete der Hausherr, Professor Dr. Walter Gödden, Leiter des Literaturmuseums Haus Nottbeck und Geschäftsführer der Literaturkommission für Westfalen, zusammen mit Kurt Kobler, Joe Kutzner und Norbert Mertens. Unser Con war Teil der Ausstellung „Aliens Welcome“ vom 24.8.2019 bis zum 8.3.2020. In ihr geht es um SF-Literatur aus Westfalen von 1904 bis 2018. Für Interessierte also noch Zeit, sie sich anzuschauen.

Danach hielt Michael Pfrommer den Einführungsvortrag unter dem Titel „Unternehmen STARDUST – Perry Rhodans Landung auf dem Mond – was wirklich geschah.“ Wie von Michael gewöhnt, war der Vortrag hervorragend. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich ihm zuhören darf. Unterlegt war sein Referat mit dem beeindruckenden Video von Thomas Röhrs, der große Teile des Inhalts akustisch und visuell erfahrbar machte.
Das Publikum wusste den Vortrag so zu würdigen, dass es danach eine regelrechte „Völkerwanderung“ in die Bibliothek gab, wo Michael seinen nächsten Vortrag hielt: „Die frühen Jahre der Serie – Anmerkungen zu den Bänden 200-299 und 300-399.“ Die Bibliothek war so voll, dass sogar noch Stühle hereingetragen werden mussten – und auch dann mussten einige Fans noch stehen – was sie mit einer bemerkenswerten Geduld taten. Das sprach nur für den wiederum faszinierenden Vortrag. Sowohl Michaels fesselnder Stil als auch das Thema zog die Zuhörer an. – Und es zeigt auch, wie viele „Retrobegeisterte“ für die sog. klassische Zeit der Serie es immer noch gibt.
Da in der Bibliothek von Seiten der Haustechnik kein Laptop verfügbar war, half Joe Kutzer völlig selbstverständlich mit seinem aus und vertraute ihn uns, d.h. Michael und mir für meine Lesung danach, an.

Meine Lesung mutierte zu einer Diskussion über meine „Akte Rhodan“, das Prequel zur Serie, an dem ich gerade schreibe. Ausgesprochen interessant, besonders der Hinweis eines Fans über einen bestimmten Aspekt, den ich bisher nicht „auf dem Schirm“ hatte. Danke noch einmal dafür! Der Fan wird wissen, dass er gemeint ist.

Als wir dann zur Mittagspause wieder ins Haupthaus zurückkehrten, erfuhren wir, welche organisatorische Meisterleistung das Triumvirat inzwischen vollbracht hatte. Die Damen Scheer, d.h. Frau Heidrun Scheer, Witwe des Begründers unserer Serie, Karl Herbert Scheer und Corinna Scheer, ihre Tochter, mussten kurzfristig ihre persönliche Teilnahme absagen, das Frau Scheer sen. am frühen Morgen einen Unfall gehabt hatte, der ihr die Reise verwehrte.
Trotzdem stand sie uns genauso wie ihre Tochter für unsere Fragen zur Verfügung. Einen großen Dank an die Damen Scheer an dieser Stelle.
Da sie nicht anreisen konnten, organisierte Joe Kutzer eine Videokonferenz über WhatsApp, Handy und die Unterstützung der Haustechnik. Der „Hausmeister“ Volker blieb immer ruhig und unterstützte uns in allem, was nötig war.
So konnte Joe Kutzner dann das Interview im großen Saal über diese Technik-Konstellation für die Fans, die sich bereits darauf gefreut hatten, realisieren. Bei der Gelegenheit sah ich unseren Chefredakteur zum ersten Mal mit Schlips! Wow! Dem Anlass, einem Interview mit einer älteren, respektablen Dame, absolut angemessen und dadurch auch die Wertschätzung ausdrückend, die den Damen Scheer gebührt.

Danach ging es auch für mich schon wieder los. Ich durfte zusammen mit zwei Voll-Profis auf die Bühne: Michael Pfrommer und Wilfried A. Hary. Unser Panel lautete nach Programm: „Meine erste Begegnung mit Perry Rhodan im Jahrzehnt der Mondlandung – Wie wir Science-Fiction real werden sahen.“ Nun … der Beginn klappte, danach gerieten wir auf ein Thema, das uns bereits am Vorabend bei unserer Vorbesprechung fasziniert hatte: „Frauen in Perry Rhodan. Wie sahen wir damals die Frauendarstellung in den Romanen und wie sehen wir sie heute?“
Das wiederum hervorragende Publikum verzieh uns nicht nur den Themenwechsel, sondern war davon ausgesprochen angetan. Was ich sehr gut verstehen kann, denn die Mondlandung und wie wer zu Perry Rhodan kam, ist ein Thema, das schon recht oft bemüht wurde. Das Thema „Frauen in Perry Rhodan“ ist dagegen noch völlig unverbraucht, weil sich bisher noch niemand ernsthaft damit beschäftigt hat. Soweit ich weiß, war es die erste öffentliche Thematisierung auf einem Con.
Wobei ich gerne zugebe, dass das ein Thema ist, das mir ganz besonders am Herzen liegt und das in meinem Roman entsprechende Würdigung finden wird. 

Zusammen mit Michael Pfrommer und Wilfried A. Hary
(c) Foto: Norbert Fiks
Ich selbst habe mich auf der Bühne sehr wohl gefühlt. Obwohl ich im Vergleich zu diesen beiden Profis eine noch recht „junge“ und unerfahrene Autorin bin, integrierten sie mich auf Augenhöhe in die Gesprächsrunde und halfen mir über meine anfänglichen Unsicherheiten hinweg, so dass ich mich zunehmend sicherer fühlte. Danke, Michael – danke, Wilfried!
Abends „tanzte ich dann auf mehreren Hochzeiten“. Immer mal wieder schaute ich in die Lesung des Hörbuchsprechers Renier Baaken aus Band 3000 herein, die von dem Klangkünstler Michael Kolberg entsprechend akustisch untermalt wurde. Dazwischen hielt ich die Stellung an unserem TCE-Stand oder plauderte mit Willi Diwo und Peter Scharle, die tapfer die Eintrittskasse hüteten.
Dazwischen kamen immer wieder Besucher an den Stand, um zu plaudern. Einige von ihnen sogar ganz gezielt, damit man sich endlich mal persönlich kennenlernen konnte. Ich bin solchen Gesprächen gegenüber immer sehr aufgeschlossen, weil ich nach wie vor die Meinung vertrete, dass die Kommunikation direkt von Mensch zu Mensch durch nichts ersetzt werden kann. Erst sie kann einen wirklichen Eindruck vermitteln, was man von seinem Gegenüber zu erwarten hat. Leider wird sie im Zuge der immer umfangreicheren Chaträume im Internet immer weniger genutzt.

Jedenfalls brachten diese Gespräche für mich teilweise wirkliche „Aha-Erlebnisse“, die einige Informationslücken schlossen und mir halfen, bestimmte Dinge besser einordnen zu können.
Um 22.00 Uhr nach der Lesung war es für uns alle Zeit, ein erleichtertes „Stöhnen“ von uns zu geben und wir saßen noch bis nach Mitternacht in geselliger Runde zusammen, reflektierten den Tag oder tauschten Erlebnisse aus.
In dem Kulturcafé hatte es mittags Chilli und Gulaschsuppe gegeben und es war noch eine Menge davon vorhanden. Dank Kurt gehörte das am Abend alles uns und wir machten uns ans gemeinsame Resteessen. Wieder in allerbester Stimmung und zunehmend müder.
Unser Clubkollege Thomas Bilat aus der Schweiz zauberte für uns einen leckeren und gleichzeitig hier wenig bekannten Nachtisch aus seiner Heimat. Marillen, zusammen mit Vanille- und Schokoladencreme, dekoriert mit Schweizer Pralinen, die er ebenfalls mitgebracht hatte. Zum darin Schwelgen! Danke dafür, Thomas!
Um kurz nach Mitternacht schlich ich nur noch auf sehr langsamer „Pfote“ in mein Zimmer, während einige Kollegen noch am Plaudern waren … Aber wir fielen einfach die Augen zu.

Den Sonntagmorgen begannen wir wieder mit einem hervorragenden Frühstück. Dieses Mal, wohl wegen Personalknappheit des Bäckers am Sonntag, bekamen wir keine belegten Brötchen, sondern zwei lecker angerichtete Platten mit Schinken, Wurst und Käse, Butter und einen Korb frisch duftender und knackiger Brötchen. Wir genossen alles in der „Ruhe vor dem Sturm“ und bereiteten uns mit letzten Gesprächen auf den Tag vor.
Dass wir inzwischen alle etwas „kleinere“ Augen hatten und diese auch teilweise brannten, jedenfalls meine, tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

Ich war am Sonntag für den Clubtisch des TCE zuständig. Von Michael, Frank und Uwe wurde ich tatkräftig unterstützt. Auch am zweiten Tag gab es interessante und aufschlussreiche Gespräche dort. Deshalb liebe ich den „Dienst“ am Clubtisch auf den Cons so. Er ist für mich wichtiger als die Teilnahme an vielen Programmpunkten, weil Fans sich in der Regel bei Gesprächen in kleiner Runde viel objektiver und weniger zurückhaltend äußern als z.B. in Foren, wo jeder mitlesen kann. Es ist ein Nachrichtenticker höchster Aktualität. 

Michael und ich am Clubtisch des TCE, im Hintergrund Frank
(c) Foto: Thomas Bilat
Den Tag begann Wim Vandemaan, Exposéautor der PR-Serie, mit seinem Programmpunkt „58 Jahre Perry Rhodan“. Wieder moderierte Roman Schleifer und interviewte Wim. Bekannt souverän entlockte er Wim einige Dinge, die er vielleicht doch nicht hatte sagen wollen. Dafür fällt mir nur eine Bezeichnung ein: beeindruckend!
Den Abschluss des Programms bildeten die „Last famous words“ von Seiten des TCE. Wir alle freuten uns, dass das Wochenende so gut gelaufen war. Auch vom Hausherrn kamen nur lobende Worte. Die Zusammenarbeit klappte, es gab keine Probleme, wenn, dann wurden sie auf dem „kleinen Dienstweg“ gelöst, es war alles so, wie es sein soll – bis dann die einzige Panne auf dem gesamten Con passierte: das Abschlussvideo, in dem alle Raumschiffe, die am Samstagmorgen auf dem Gut Nottbeck gelandet waren, wieder starten sollten, hakte. Aber auch das bekamen Joe und Volker vom Gut in erstaunlich kurzer Zeit hin. Ich sage dazu nur: Ein Con, auf dem nichts schiefgeht, bringt Unglück. Deshalb musste das wohl einfach so sein – um uns eben davor zu retten!

Unser Orga-Team sprach von ca. 90 Con-Besuchern. Was dafür, dass noch andere Veranstaltungen parallel liefen, ein hervorragendes Ergebnis ist. 

Danach ging es für uns ans Einpacken. Es war wie immer: Man packt mit frischen Kräften, frohgemut, aus und räumt alles hin und ein, freut sich, drückt dadurch seine Müdigkeit in den Hintergrund – und dann – oh Graus! – muss das alles wieder eingepackt werden! Plötzlich spürt man, dass die Augen brennen, der Hals kratzt, alle Knochen wehtun, so dass man sich fragt, wie viele Knochen so ein Mensch denn nun wirklich hat.
Aber auch das bewältigten wir, weil alle mit anfassten und jeder seinen Beitrag leistete. Man möge es mir verzeihen, dass ich die ersten Arbeiten beim Abräumen des Clubtisches unter Frauenkommando stellte …

Anschließend gingen wir auf die Heimreise, bei der einige bereits von den ersten Vorboten des Sturmtiefs gestreift wurden, das am folgenden Tag von Hamburg bis in den Süden über Deutschland hinwegfegte. Aber zum Glück kamen alle, wie ich aus den aktuellen Meldungen weiß, heil in ihrer jeweiligen Heimat an.
Vielleicht hat ES auf uns aufgepasst, weil er will, dass wir noch mehr Cons in dieser Art ausrichten …
Damit bleibt mir nur zu sagen: DANKE für diesen wundervollen Con an das Triumvirat Kurt Kobler, Joe Kutzner und Norbert Mertens! Das war eine Spitzenleistung!

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