Mein ganz persönlicher Bericht von den 3. Perry-Rhodan-Tagen in Osnabrück am 25./26. Mai 2019


Ein Con voller Abenteuer … interessanter … lehrreicher … herausfordernder … erwarteter … absehbarer … überraschender … und … solcher, die nicht hätten sein müssen

Vorbemerkung:
Ich wollte wieder einen Con-Bericht schreiben … aber dann habe ich anders entschieden. Sicher werden in den nächsten Tagen viele Kollegen Berichte mit schönen Fotos einstellen … Daher beschränke ich mich auf einige persönliche Eindrücke und Fragen, die sich mir schon während des Cons stellten – und jetzt, wo ich am Rechner sitze und schreibe – sogar verstärkt.
An dieser Stelle deshalb zuerst meinen Dank und meinen Respekt an die PRFZ und damit den Menschen, die hinter diesem Begriff stehen und mit ihrer Kraft, ihrer geopferten Zeit, die sie Familie und Freunden dafür „entzogen“ haben und ihrer Liebe zu unserem gemeinsamen Hobby für diese insgesamt sehr schöne Veranstaltung sorgten. Über der gesamten Veranstaltung lag das Flair der gemeinsam erlebten Freude an diesen beiden Tagen, die abends noch weit über das offizielle Veranstaltungsprogramm hinausgingen.
Diesbezüglich teile ich den positiven Eindruck des Chefredakteurs der Serie, Klaus N. Frick, voll und ganz, den er schon am Samstag im Forum des Perry-Rhodan-Verlages kundtat:
Persönlich freue ich mich, dass Klaus die Zeit gefunden hat, an der Veranstaltung teilzunehmen. Und – ja – er war wirklich sehr beschäftigt. Immerhin fand ich die Gelegenheit zu ein paar Worten „zwischen Tür und Angel“, wie wir hier oben in Norddeutschland das nennen.

Der Anreisetag: Freitag, 24. Mai 2019 … begann mit lieben Reisewünschen von meinen Freunden. Besonders der Chefredakteur des TCE gab in seiner Mail der Hoffnung Ausdruck, dass ich dieses Mal in meinem Conbericht nicht wieder über die Probleme mit der Deutschen Bahn berichten müsste.
Beim Lesen stellte ich mir schon die Frage: „Wie kommt er darauf, dass ich einen Conbericht schreibe?“
Am Abend beantwortete er mir diese Frage: „Weil du das immer machst …“
Okay, dagegen hatte ich kein Argument.

Die An- und Abreise mit der Deutschen Bahn

Hinreise am Freitag, 24.05.2019: In Heide noch alles im Plan, ab Hamburg-Harburg eine knappe Stunde Verspätung.
Abreise am Sonntag, 26.05.2019: In Osnabrück bereits 20 Minuten Verspätung, dadurch in Hamburg-Altona den Anschlusszug an die Westküste verpasst. Der nächste Zug hatte noch einmal gewaltige Verspätung. „Person im Gleis“ hieß es zur offiziellen Begründung.
Daher kam ich mit 1,5 Stunden Verspätung in Heide an. 
Ankunft im strömenden Regen mit einem kleinen „Spaziergang“ über einen schon in trockenem Zustand sehr holperigen Sandplatz. Durch den Regen hatten sich die umfangreichen Schlaglöcher in riesige Pfützen verwandelt, die mir ein Fußbad bis Knöchelhöhe zum Abschluss spendierten – natürlich gratis …

Das Programm des Cons und die Teilnehmer
Davon habe ich nicht sehr viel mitbekommen. Mein Schwerpunkt auf solchen Veranstaltungen sind die Gespräche mit anderen Gleichgesinnten an unserem Clubtisch vom Terranischen Club EdeN (TCE). Die geben mir mehr, besonders nach den einzelnen Panels durch das direkte Feedback der Teilnehmer. Sie sind offen und hier wird die jeweilige Meinung in der Regel nicht bis gar nicht beschönigt.
Die Stimmung an unserem Clubtisch war wie immer sehr gut. Commander, Chefredakteur und ich haben wieder hervorragend zusammengearbeitet und auch Zeit für manchen Meinungsaustausch zwischendurch gefunden.
Auch mit den Mitgliedern der neben uns stehenden Fanzentrale pflegte ich einen regen und informativen Austausch, besonders mit Christina, Gerhard und Michael.
Einer war so fruchtbar, dass ich mich zu einer Reise nach Hangay verleiten ließ. Mal sehen, wie sie wird, wenn ich die „Heilerin von Hangay“ begleite. 

Wieder einmal sind es die Frauen, die die Stellung halten.
Vorne Christina am Stand der PRFZ, hinten ich (Pfeil) am TCE-Stand.
(c) Foto: Uwe Baetz

Wiedergesehen und neu kennengelernt – Endlich Gesichter zu Nicknames
Viele Menschen, die ich aus dem Fandom kenne, habe ich nach einem guten Jahr (Garching-Exil-Con in München-Trudering 2018) wiedergesehen. Wir haben interessante Gespräche geführt und uns insgesamt genauso gut verstanden wie schon vorher. Mit einigen von ihnen stehe ich in regelmäßigem Mail-Austausch.
Zu anderen, bisher gesichtslosen, Fans habe ich endlich auch ein Gesicht bekommen. Nämlich von solchen, die ich bisher immer nur als „Nicks“ kannte. Sehr schön! Ich mache mir immer gerne selbst ein Bild von dem Menschen, der hinter einer Figur aus der Serie steht, die als Pseudonym gewählt wurde.
Bei einigen, die ich schon länger persönlich kenne, war ich ein wenig betroffen. Denn es scheint sich zu bewahrheiten, was alle Fans doch schon seit Jahren wissen. Das Fandom wird auf jeder Veranstaltung ein oder zwei Jahre älter und es kommen nicht viele neue dazu. Man kennt sich, trifft sich erfreut wieder – und muss dabei feststellen, dass man – auch selbst! – einfach „älter“ geworden ist. Mir hat sich dabei, besonders als ich zwei Bekannte traf, die seit dem letzten Osnabrück-Con vor zwei Jahren deutlich „gebrechlicher“ geworden sind, zwangsläufig die Frage gestellt, wie lange ich das wohl noch alles so kann. Schreiben, reisen usw. Immerhin bin ich keine „25“ mehr.
Antwort: Jeden Tag, solange ich es noch so kann, werde ich genießen. Und mir durch nichts und niemanden den Spaß daran verderben lassen!

Die Abende
Wir verbrachten sie zusammen in einem hervorragenden Spezialitätenrestaurant, dem „Kartoffelhaus“. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass es nur einmal über die Straße vom Haus der Jugend ist. Gute Gespräche, Wohlfühlen und einfach die Seele baumeln lassen waren die Devisen dieser beiden Abende. Den ersten konnten wir sogar noch draußen im Biergarten sitzen. Es war warm genug dort.

Verbindet uns alle das gleiche Hobby oder gibt es etwa Klassenunterschiede?
In der Regel habe ich alle Gespräche auf Augenhöhe geführt. Unser gemeinsames Hobby verbindet eben. Das ist gut so. Wenn ich mich mit einem Menschen unterhalte, gehe ich grundsätzlich auf alle gleich zu, egal, ob ich „Frau Bundeskanzlerin“ oder den freundlichen Herrn von der Stadtreinigung vor mir habe.
Aber von jeder Regel gibt es Ausnahmen. Bei mancher Prominenz hatte ich nun doch den Eindruck, als ob wir Fans irgendwie in einer anderen Liga eingeordnet werden. Das ist völlig normal, daher kritisiere ich das auch nicht generell. Aber man sollte doch so viel Höflichkeit und auch Anstand haben, nicht an den Fans vorbeizugehen, ohne sie zu „sehen“. Manchmal hatte ich den Eindruck, als schwebe man an uns „Fußvolk“ vorbei. Das muss doch nicht sein! Vielleicht sollten diejenigen sich einmal vor Augen halten, wir ihr Verhalten bei den Fans ankommt. Man möchte sich schon wertgeschätzt fühlen!

Die Hohe Schule der Programmplanung – war Osnabrück leider nicht!
Denn sonst hätte es einen derart eklatanten Planungsfehler wie am Sonntag niemals gegeben!
Was war geschehen?
Es begann damit, dass mein Panel über „Die Akte Rhodan“ (ein Prequel zur Serie) von dem Programmverantwortlichen der PRFZ im Kleinen Saal zeitgleich zum absoluten Hauptvortrag der gesamten Veranstaltung, nämlich dem von Wim Vandemaan und Klaus N. Frick zu Band 3000 und dem weiteren Fortgang der Serie, angesetzt wurde.
Das kann und darf nicht passieren! Denn jedem, der ein Programm plant – und das waren immerhin schon die dritten (!) PR-Tage in Osnabrück – sollte klar sein, dass man niemals einen Hauptvortrag, schon gar nicht den Leitvortrag der gesamten Veranstaltung, zeitgleich mit dem Vortrag eines Fans ansetzen kann. Das wird und muss schiefgehen – nicht für den Expokraten und den Chefredakteur der Serie, sondern für die Fan-Autorin!
Ich habe den Programmplaner sofort darauf hingewiesen und um eine Verlegung meines Panels gebeten. Und ich war fest entschlossen, meinen Vortrag abzusagen, wenn er diesem – aus meiner Sicht sehr berechtigten – Wunsch nicht entsprechen würde, aus welchen Gründen auch immer.
Er bat mich um etwas Geduld – sehr lange, einige Wochen!
Als Ergebnis verschob er dann (erst vier Tage vorher, nachdem ich viel Arbeit in meine Vorbereitungen gesteckt hatte!) meinen Programmpunkt um eine knappe Stunde. Ich hatte von Anfang an ein schlechtes Bauchgefühl dabei. Denn diese Verschiebung war lediglich „Kosmetik“. Mein Vortrag sollte dann zwar nach dem Leitvortrag sein, aber immer noch mit dem Expokraten, allerdings ohne Chefredakteur.
Obwohl ich mich in der Regel auf meine Intuition verlassen kann, wollte ich kein „Spielverderber“ sein, zumal meine kritischen Äußerungen nicht überall auf Gegenliebe stoßen. Was mir in der Regel kein Kopfzerbrechen macht, denn ich sage lediglich meine Meinung zu bestimmten Dingen. Die allerdings ausgesprochen direkt, aber immer sachlich, höflich und wertschätzend dem Gesprächspartner gegenüber.
Dieses Mal aber wollte ich mit den anderen Betroffenen an einem Strang ziehen und mich aus Kameradschaftsgründen nicht ausschließen.
So akzeptierte ich den neuen Termin mit zwei weinenden Augen – und genau das, was ich befürchtete, geschah dann auch.
Wim und Klaus überzogen. Niemand verließ die Veranstaltung (was ich völlig verstehen kann, ich hätte an Stelle jedes Zuhörers nicht anders entschieden) und der andere Fan, der nach mir einen Vortrag halten sollte, blieb genauso allein im Kleinen Saal. Wer will schon den Vortrag einer Fan-Autorin oder eines Fan-Autors hören, wenn er der höchsten Prominenz in der Szene zuhören kann.
Nein, nicht ganz allein – ein einzelner Fan verirrte sich zu uns. Wir haben dann alle zusammen nett geplaudert.
Als dann anschließend der Programmplaner zu mir kam und mich fragte, ob ich zufrieden wäre, hatte ich das Gefühl, im falschen Film zu sein.
Nach einem solchen Planungsfehler, der von Anfang an auf der Hand lag und auf den man sogar hingewiesen worden war, diese Frage zu stellen, fand ich doch etwas … daneben, um es vorsichtig auszudrücken.
Vielleicht sollte man sich in Zukunft einmal vor Augen halten, welch eine „Maschinerie“ man mit der Zusage eines Panels auslöst.
Da schreibt eine Autorin einen Vortrag. Diesen diskutiert sie mit anderen Menschen. Dann wird er überarbeitet. Zwei Grafiker machen sich Gedanken um Bilder. Es entstehen wunderschöne Bilder. Wieder ein anderer verwandelt diese Grafiken in Cover und Backcover, steckt Stunden an Arbeit in das Projekt, das noch nicht einmal „seines“ ist und schafft ein hervorragendes Ergebnis.
Die Autorin stellt umfangreiche Leseproben zusammen, layoutet und druckt sie aus. Schickt sie in einem Karton weiter, damit sie nach Osnabrück transportiert werden können (ungünstig mit der Bahn).
Dann werden Bilder ausgesucht und für den Vortrag in einer Präsentation zusammengestellt.
Die Mitarbeiter vom Haus der Jugend schleppen den Beamer extra dafür herauf in den Kleinen Saal (ohne Fahrstuhl).
Dann hinterher eine solche Frage zu stellen, hat meiner Meinung nach mit Wertschätzung absolut nichts mehr zu tun, sondern entweder mit mangelndem Durchblick oder schlicht Ignoranz.
Die Begründung lautete: „Ich hätte dir sonst absagen müssen, weil dieses Mal so viele Leute von VPM zugesagt hatten.“
Das ist schön, das freut mich für die Veranstaltung und für die Fans, aber dafür andere Fans „ins Messer laufen“ zu lassen, gehört sich einfach nicht.
Wobei ich beim nächsten Punkt bin:

Was für eine Veranstaltung ist das gewesen?
Ein „Con von Perry-Rhodan- und SF-Fans für Perry-Rhodan- und SF-Fans“, wie es auf dem Cover des sehr gut gelungenen Conbuchs heißt, oder eine Werbeveranstaltung für Verlag und Autorenteam?
Beides ist völlig in Ordnung. Nur – man sollte das mit den Betroffenen offen kommunizieren – und zwar vorher!
Von … für … sind die beiden entscheidenden Worte. Sie bedeuten: Fans machen das Programm für andere Fans. Und der Verlag und seine Autoren sind dabei Gast und halten sich im Hintergrund. Heißt: der größte Teil des Programms wird von den Fans bestritten. Und niemals (!) werden Vorträge von Fans gleichzeitig mit denen der Profis angesetzt.
Oder es ist eine Werbeveranstaltung für den Verlag – und die Fans haben dabei lediglich eine passive Rolle als Teilnehmer und Zuschauer/Zuhörer.
Grundsätzlich sollte die PRFZ sich als Veranstalter von künftigen PR-Tagen fragen, welche Art von Veranstaltung sie beim nächsten Mal machen will.
Ich jedenfalls habe meine Entscheidung getroffen: Künftig werde ich in solchen Dingen auf meinen „Bauch“ hören. Der hat mich bisher noch nie im Stich gelassen!

Kontakte knüpfen oder „Netzwerken“, wie es modern heißt
Man führt Gespräche, trifft Absprachen, lotet Möglichkeiten aus, lernt sich kennen, baut sich sein eigenes „Netzwerk“ auf.
Dafür sind solche Veranstaltungen unverzichtbar. Jeder Autor, der weiterkommen möchte und etwas auf sich hält, nutzt dieses Potenzial.
Was ich reichlich getan habe. Und ich bin mir sicher, dass die Dinge, über die ich in Osnabrück gesprochen habe, entsprechende Früchte tragen und einiges in Bewegung setzen werden.

Fazit
Trotz allem für mich ein ausgesprochen erfolgreiches Wochenende!

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